Der 1. Praxistag: Von juristischen Themen über praktische Fälle bis hin zum Experimentalvortrag
Gleich zu Beginn vermittelte uns Dr. Arno Weber, selbstständige Fachkraft für Arbeitssicherheit aus Nürnberg, ein Update zum Thema Arbeitsstättenverordnung. Herausgearbeitet wurde, welche Technischen Regeln bereits veröffentlicht wurden, wie lange die alten Arbeitsstättenrichtlinien noch gelten und welche ASR noch in der „Pipeline“ sind.
Prof. Dr. Thomas Wilrich, Fachanwalt für Verwaltungsrecht mit Schwerpunkt Arbeitsschutz aus München, referierte anschließend in einem spannenden Vortrag über das stets brisanten Thema der Verantwortlichkeiten, Pflichtenübertragung und Haftung im Arbeitsschutz. Er stellte nicht nur anschaulich und praxisnah dar, in welchen Fällen SiFas in der Verantwortung stehen, sondern auch, wie Sie sich absichern können.
Als Insider präsentierte der Leiter der BAuA-Fachgruppe Gefahrstoffmanagement, Dr. Torsten Wolf, dann einen praxisnahen Überblick über die aktuellen Änderungen der neuen Gefahrstoffverordnung. Hier standen insbesondere die Einführung des rein gefährdungsbezogenen, gestuften Schutzmaßnahmenkonzepts sowie die Neustrukturierung der Arbeitsschutzvorschriften der GefStoffV im Vordergrund.
In dem Vortrag „Best Practice: Umsetzung der Gefahrstoffverordnung in einem Schiffbaubetrieb“ zeigten uns die Herren Marc Wittenstein und Andreas Schütt wie das Gefahrstoffmanagement in dem Hamburger Schiffbaubetrieb Blohm + Voss Shipyards GmbH zusammen mit der eska Ingenieurgesellschaft organisiert wird. Seit der Zusammenarbeit in 2008 konnten Gefahrstoffe der Schutzstufen 3 und 4 fast vollständig durch Substitution ersetzt werden, die Gesamtzahl der eingesetzten Gefahrstoffe wurde verringert. Zudem unterstützt eine Software den Schiffbaubetrieb heute bei der Aktualisierung des Gefahrstoffverzeichnisses, der Archivierung von Sicherheitsdatenblättern sowie der Erstellung von Betriebsanweisungen.
Die anschließenden Round-Tables wurden von den Teilnehmern intensiv für den individuellen Erfahrungsaustausch und die Diskussion spezifischer Fragen genutzt. Es gab Gelegenheit, 2 der insgesamt 3 parallel stattfindenden Gesprächsrunden zu besuchen.
Den fachlichen Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete Thomas Pietschmann mit seinem Experimentalvortrag „Brände und Explosionen“. Eindrucksvoll demonstrierte er, wie schnell es zu Verpuffungen und Selbstentzündungen durch unsachgemäßen Umgang mit Gefahrstoffen kommen kann.
Kommunikativer Ausklang im rheinischen Brauhaus
Neben den ausgedehnten Kommunikationspausen nutzten die Teilnehmer insbesondere den gemeinsamen kölschen Abend zum regen Informationsaustausch. Der vom Fachinformationsdienst „Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Betrieb“ gesponsorte kölsche Imbiss und Umtrunk in der „Malzmühle“ bildete somit den kommunikativen und kulinarischen Höhepunkt der Veranstaltung.
Der 2. Praxistag: Vom Notfallmanagement über die Gefährdungsbeurteilung bis hin zur Überweisung
Mit seinem interaktiven Vortrag „So sind Sie im Notfall gut vorbereitet“ startete Christoph Supplieth, Sicherheitsingenieur und Brandschutzbeauftragter aus München, den 2. Veranstaltungstag. Von der Brandrisikoanalyse über die Notfallplanung und die notwendige Sicherheits- und Brandschutzkennzeichnung bis hin zur Planung einer Evakuierungsübung zeigte er anschaulich, wie wichtig eine gute Vorbereitung für einen hoffentlich nie eintretenden Notfall ist.
Es folgte der Vortrag von Frau Dr. Claudia Carl, Diplom-Chemikerin und Leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der B-A-D GmbH in Hannover, zum Thema „Die Gefährdungsbeurteilung – von der Information zur Dokumentation“. Am Beispiel der Gefahrstoffverordnung zeigte Sie, dass eine Gefährdungsbeurteilung keine einmalige Aktion sondern vielmehr ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess ist. Praktische Tipps gab es zur konkreten Vorgehensweise und sinnvollen Dokumentation des Prozesses.
Das psychische (Fehl-)Belastungen am Arbeitsplatz durch den Strukturwandel der Arbeit immer häufiger vorkommen und die Kosten für den Arbeitgeber aufgrund der dadurch bedingten Fehlzeiten steigen, vermittelte uns Diplom-Psychologe Dr. Gregor Wittke. Er sprach sich für die Einbeziehung der psychischen Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung und die Prävention durch Integration in ein Managementprogramm aus.
Auch am 2. Veranstaltungstag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, vertiefende Gespräche mit den Referenten des Tages im Rahmen von insgesamt 3 Round-Tables zu führen und damit vom Wissen und den Erfahrungen anderer Sicherheitsexperten zu profitieren.
Mit der Frage „Unterweisung – lästige Pflicht oder überzeugende Kür?“ erläuterte uns Manfred Löpker, leitende Sicherheitsfachkraft und Geschäftsführer der SLH GmbH, wie SiFas durch den Einsatz elektronischer Schulungen Dinge greifbar und erlebbar machen können und wie sie die Mitarbeiter dort abholen, wo Sie sind.
Dieser Vortrag bildete den fachlichen Abschluss der Praxistage Arbeitssicherheit 2011. Neben zahlreichen Erkenntnissen durch die Fachvorträge nahmen die Teilnehmer aber insbesondere auch Antworten auf ihre Fragen und zahlreiche Kontakte zu Gleichgesinnten mit nach Hause.
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Hier noch einige Teilnehmerstimmen der Praxistage Arbeitssicherheit 2011:
„Nach der Teilnahme an der 3. Veranstaltung bin ich noch immer sehr beeindruckt, viele Themen, gute Vermittlung, auch Vertiefung möglich - sehr gelungen.“
(Anita Riedl, DFS Deutsche Flugsicherung GmbH)
„Ein sehr guter Erfahrungsaustausch, der professionell organisiert und moderiert wurde.“
(Volker Schmitz, Balcke-Dürr GmbH)
„Eine lohnenswerte Veranstaltung. Immer wieder sehr informativ und lehrreich.“
(Alfred Dornsaft, Securitas Sicherheit & Service GmbH)
„Sehr zu empfehlen.“
(Hans-Werne Stein, SAARLAND Versicherungen)
„Kompakte Informationen zu den aktuellen Themen der Arbeitssicherheit.“
(Karsten Bonnhoff, Olympus Europa Holding)
„Empfehlenswert!“
(Frank Kwidor, Nietiedt Gerüstbau GmbH)
„Wichtig für alle, die das Thema ernst nehmen, vorantreiben und sich auf den neusten Stand bringen wollen.“
(Oliver Drücke, Deutscher Ring Lebensversicherungs AG)